Hallo,

es ist November. Der erste Frost sorgt dafür, dass man es sich nach den schönen letzten Spätsommertagen nun drinnen wieder gemütlich macht. Da hat man naturgemäß ein bisschen mehr

Muße, sich auch mit dem Lesen zu beschäftigen. Dazu möchten wir heute mit den GONews auch wieder etwas Futter liefern, denn es passiert so einiges: neben vielen Messeauftritten im November, bei denen man uns gerne persönlich treffen kann, tut sich technologisch aber auch politisch einiges, bei dem Open Source eine wichtige Rolle spielt. So greifen wir im Newsletter diesmal das Thema WebRTC zur Nutzung des Browsers als "Telefon" auf. Außerdem hat es zumindest schonmal bei einer Jamaika-Koalition das Thema Open Source in den Vertrag geschafft. Herzlichen Glückwunsch Schleswig-Holstein. Genug der Einleitung. 

Viel Spaß mit den GONews!

Alfred Schröder
Geschäftsführer 


 

Inhalt

* Schleswig-Holstein setzt auf Open Source

* WebRTC – Die Zukunft der Browser zu Browser Kommunikation

* Impressionen OpenRheinRuhr

* Tipp des Monats


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* Schleswig-Holstein setzt auf Open Source

Die Regierung in Schleswig-Holstein will zukünftig auf Open Source setzen und sich langfristig grundsätzlich von closed Source Ansätzen verabschieden, berichtet unter anderem der Heise Newsticker mit Verweis auf den neuen Koalitionsvertrag. Diese Jamaika-Koalition hat also in Bezug auf die IT bereits eine wegweisende Grundsatzentscheidung getroffen, während man in Berlin noch sondiert. In Schleswig-Holstein hat man erkannt, dass der aktuelle Weg der Digitalisierung in der Verwaltung mit einer starken Abhängigkeit von wenigen Konzernen mit immenser Marktmacht dieser einhergeht. Dieser Entwicklung möchte man aktiv entgegenwirken.

Mehr dazu bei Heise: SHOSS


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* WebRTC – Die Zukunft der Browser zu Browser Kommunikation

Der Browser hat sich in den letzten Jahren für viele Anwendungen als Standard-Plattform etabliert. Nicht zuletzt durch die hohe Verbreitung von so genannten Webapps gibt es kaum Anwendungen, die nicht im Browser ausgeführt werden können. E-Mail, Office-Produkte oder Musik hören, alles kann im Browser gemacht werden. Mit WebRTC etabliert sich aktuell ein Standard, mit dem die zukünftige Büro-Kommunikation im Browser abgebildet werden kann. Klassische Sprachtelefonie, Video-Telefonie oder Video-Konferenzen sind mit WebRTC in der Theorie und teilweise in der Praxis Browser- und Plattform-übergreifend möglich. Auch wenn erste Anwendungen bereits auf WebRTC setzen, haben noch nicht alle Browser-Hersteller den Standard (der sich noch in der Entwicklung befindet) implementiert. Um die Komplexität des Themas darzustellen, wurde jetzt auf pksecurity.com eine sehr gute Beschreibung des Standards und eine sehr anschauliche Grafik über den Kommunikations-Verlauf veröffentlicht. Wir glauben, dass WebRTC die Zukunft der Telefonie sein wird und beschäftigen uns tiefgreifend mit dieser Technologie. Die Ergebnisse unserer Bemühungen werden wir in den nächsten Wochen im Rahmen eines Open-Source-Projekts veröffentlichen.

Link zu pksecurity: pkcsecurity


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* Impressionen OpenRheinRuhr

Am vergangenen Wochenende waren wir wieder auf der OpenRheinRuhr in Oberhausen zu Gast. Mittlerweile zum sechsten Mal haben wir wieder gute Gespräche rund um das Thema Open-Source-Software führen dürfen.

Wir bedanken uns bei dem gesamten OpenRheinRuhr-Team für die gute Organisation!

Ein paar Eindrücke der beiden Tage finden Sie hier: Impressionen ORR2017


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* Tipp des Monats

Sie brauchen ein zufälliges Passwort und haben gerade kein Programm wie "pwgen" installiert und keine Würfel oder Münzen zum Erzeugen der notwendigen Entropie zur Hand? Kein Problem, das geht auch so:

$ cat /dev/urandom | tr -dc '[:alnum:]' | head -c 12

Dies erzeugt ein 12-stelliges Passwort aus /dev/urandom mit beliebigen Ziffern und Buchstaben. Wenn Sie nur Buchstaben möchten, können Sie auch [:alpha:] statt [:alnum:] benutzen. Oder verwenden Sie [:digit:] für nur Ziffern; die Hilfeseite von"tr" ($ man tr) gibt weitere Auskunft.

Auch in Skripten ist der Befehl hilfreich, beispielsweise wenn Sie neue VMs automatisiert installieren und Zufallspasswörter verwenden möchten.

Ach ja: Sie sollten immer die Pseudozufallszahlen aus /dev/urandom statt des "richtigen Zufalls" aus /dev/random benutzen, denn dafür hat Ihr Rechner vermutlich zu wenig Entropie übrig, und es würde sehr, sehr lange dauern, um daraus ein Passwort zu erzeugen.