GNU/Linux erobert den Behördendesktop

27.02.2003

Erfolgreiches Pilotprojekt zum Desktopeinsatz von GNU/Linux beim Institut für Tierzucht Ein Team von Open-Source-Spezialisten aus den Unternehmen Credativ, GONICUS, Knopper.net und LT-ec hat unter Leitung von GONICUS gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und dem Institut für Tierzucht der Forschungsanstalt für Landwirtschaft die Einsatzfähigkeit von Freier Software für den Behördendesktop nachweisen können.

Das Institut für Tierzucht, welches zur Forschungsanstalt für Landwirtschaft gehört, zählt zu den ersten Bundeseinrichtungen, welche die Einsatzfähigkeit von GNU/Linux für den Behördendesktop in der Praxis nachweisen können. Im Rahmen eines durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ausgeschriebenen Pilotprojektes wurde eine neue Informationsinfrastruktur auf Basis des freien Betriebssystems geschaffen. Mit der neuen ThinClient-Infrastruktur sind zunächst rund 50 Desktoparbeitsplätze quer durch Verwaltung und Forschung auf das Linux-Betriebssystem mit einem KDE-Desktop umgestellt worden. Im Laufe der kommenden Monate möchte die Instituts-IT dann auf den Grundlagen, welche im Rahmen des Projektes geschaffen wurden, nach und nach alle Bildschirmarbeitsplätze des Instituts umstellen.
Der Desktop- und ThinClient-Spezialist GONICUS hat gemeinsam mit den Partnern Credativ, Knopper.net und LT-ec und unter Einbeziehung des Schulungsspezialisten Soluzione die benötigten Grundlagen innerhalb weniger Monate geschaffen, die ersten Arbeitsplätze umgestellt, Mitarbeiter geschult und die Instituts-IT dahingehend eingebunden, dass eine weitere Umstellung in Eigenregie erfolgen kann. Lediglich für tiefergehende Fragen steht GONICUS weiterhin als Support- und Ansprechpartner zur Verfügung.
Auch wenn die institutsspezifischen Anwendungen und ein enger Zeitplan zur Benutzermigration besondere Herausforderungen waren, kann von allen Seiten eine positive Bilanz gezogen werden. "Der Erfolg dieses Pilotprojekts zeigt, dass der richtige Weg eingeschlagen worden ist. Im Behördenumfeld bieten sich mit Linux auf dem Desktop viele Möglichkeiten, so dass eine wachsende Unabhängigkeit bei der Wahl von Betriebssystem und Anwendungen mit dem Einsatz von Freier Software keine Utopie mehr ist", resümiert GONICUS- Geschäftsführer und -Projektleiter Alfred Schröder.
Auch der Projektleiter auf Seiten des Instituts Dir.&Prof.Dr.Dr.h.c.mult. Eildert Groeneveld ist von den Vorteilen des freien Betriebssystems überzeugt: "Wir setzten im Serverbereich schon seit längerer Zeit auf Linux und konnten die Vorzüge in den Bereichen Stabilität und Sicherheit beobachten, so dass der flächendeckende Schritt auf den Desktop für uns nur konsequent war. Wir hoffen nun auch noch, dass sich in der weltweiten Kommunikation mit anderen Wissenschaftlern und Instituten offenere Ansätze durchsetzen, um die Konvertierung in proprietäre Formate in Zukunft ganz umgehen zu können."